11  VON  ILS33-LANDUNGEN  BETROFFENE  BEVÖLKERUNG

 

Quellen     ----  PDF (mit Referenznummern als Lesezeichen)   ----  nicht öffentlich   [   ] siehe Links

Ohne Stadtgebiet Mulhouse, das ähnlich dicht besiedelt ist wie Basel-Stadt (über 5'000 EinwohnerInnen pro km2)  1, lag die Bevölkerungsdichte im Arrondissement Mulhouse 2014 bei 495 EinwohnerInnen pro km2  2. Der Bezirk Arlesheim weist 2016 eine Bevölkerungsdichte von 1'617 EinwohnerInnen pro km2 aus  3, also mehr als das Dreifache. Wird bei Nordlandungen die Stadt Mulhouse überflogen, was mit einer optimierten Flugroutenführung vermeidbar wäre, beträgt die Flughöhe über Grund rund 1'000 m. Im städtischen Neubad-Quartier beträgt die Überflughöhe bei Südlandungen 360 m, bei Südstarts 500-600 m (Steigungswinkel 8.4 %), je nachdem, an welcher Stelle das Flugzeug von der Piste abhebt.

Im Vernehmlassungsdossier wurde festgestellt, dass die Bevölkerungszahl, die von Überflügen auf 1'000-2'000 m ü.M. betroffen sind, beim ILS33-Verfahren um zwei Drittel steige 5, wobei nirgends erwähnt war, wie viele Personen das sind. Verschwiegen wurde, dass die Flughöhe von 2'000 m über Meer in 27 km Distanz zur Piste unterschritten wird und dort hügeliges Juragelände vorliegt, was die tatsächliche Überflughöhe wesentlich reduziert (z.B. Mümliswil oder Hochwald: Höhenlage 615 m über Meer).

 

11-01    www.statistik.bs.ch

11-02   wikipedia

11-03    www.statistik.bl.ch

11-04    Vernehmlassungsbericht Flughafen Basel-Mulhouse. DGAC März 2005 (S. 39, 54)

11-05    Instrumentenlandesystem Piste 34 auf dem Flughafen Basel-Mülhausen. Präsentation. BAZL, April 2005

11-06    Vernehmlassungsbericht Flughafen Basel-Mulhouse. DGAC März 2005 (S. 37, 8)

 

Die Bevölkerung im Bereich von Flughöhen unter 1'000 m über Meer wurde an gleicher Stelle im Vernehm-
lassungsbericht beim MVI34-Verfahren auf insgesamt 31'000 Personen beziffert; beim ILS33-Verfahren sollen 27 % weniger Anwohner betroffen sein (8'370 Personen). Das BAZL stellte demgegenüber in einer Präsentation fest  6, dass die Zahl der unter 1'000 m über Meer überflogenen Personen in der Schweiz von 18'000 auf 23'000 steige und neu 48'000 Personen im Bereich einer Flughöhe von 1'000-2'000 m über Meer hinzukämen. Von den 31'000 MVI34-Betroffenen mit Überflughöhe unter 1'000 m über Meer waren also bereits 18'000 auf Schweizer Seite (58 %) und nur 13'000 in französischem Gebiet (42 %). Im Bereich einer Flughöhe unter 1'000 m über Meer stehen den 8'370 lärm-entlasteten Personen im Elsass also 5'000 zusätzlich lärm-belastete Personen in der Schweiz gegenüber sowie weitere 48'000 Personen im Bereich der Flughöhe zwischen 1'000-2'000 m über Meer, wobei die reale Überflughöhe im Juragebiet ja deutlich geringer ist.
 

Nicht erwähnt wurde, dass die MVI34-Anflüge in der Flughöhe unter 1'000 m über Meer im Nordanflug parallel zur Pistenachse viel stärker streuten, was punktuell zu einer geringeren Lärmbelastung führte. Räumlich gebündelt erfolgten die MVI34-Anflüge erst im Raum Allschwil beim Einschwenken auf die Pistenachse.

Die räumliche Überflug-Konzentration mit dem ILS33 erstreckt sich im Vergleich dazu über ein grösseres, sehr dicht besiedeltes Gebiet, womit nun grössere Bevölkerungsanteile stärker betroffen sind. Gleiches gilt selbstredend für das Einzel- und Gruppenrisiko im überflogenen Gebiet.

Besonders hervorgehoben wurde im Vernehmlassungsbericht, dass sich das Gebiet mit Überflughöhen unter 1'000 m über Meer mit ILS33 räumlich stark verringere  7, nämlich von 105 km2 beim MVI33-Verfahren auf 7.5 km2. Wie diese Flächen berechnet wurden, ist nicht eindeutig. Die Fläche von 7.5 km2 beschränkt sich auf die letzten 11 km der ILS33-Anflugschneise vor der Piste (Gebiet Reinach-Westrand) und seitlich auf die Streubreite des Leitstrahls. Im Gegensatz dazu muss es sich bei der Fläche von 105 km2 um das gesamte potentiell überflogene MVI-Gebiet handeln, ungeachtet dessen, dass ein Grossteil davon nur sporadisch betroffen war.

 

 

Radarspur der Kalibrierungsflüge am 20.9.2011 mit seitlichem Ausloten des Signals zwischen Aesch-Dornach und dem EuroAirport

(Quelle: www.dfld.de und Wiedergabe auf Google Maps)

 

oben:
Radarspuren von MVI33-Landungen nach früherem Prozedere vom 11., 20., 21., 24. und 25. Mai 2011 während der Pistensanierung:
Die stärkere Dispersion der Flugrouten bis zur letzten Phase der Landung betraf zwar eine grössere Personzahl, dafür viel weniger intensiv. Die Schweizer Bevölkerung machte damals schon den grösseren Teil der Personen aus, die von Flughöhen unter 1'000 m über Meer betroffen waren.

unten:
Radarspuren von ILS33-Landungen 1., 5., 14. und 15. April 2012: Die Flughöhe von 1'000 m über mehr wird zwischen Dornach und Reinach unterschritten, wo die Landungen längst stark gebündelt dicht besiedeltes Gebiet betreffen.

(Quelle www.dfld.de und Wiedergabe in Google Earth)